Niederrheinische Helden

Aktuell liegen Gemüse, Obst und Fleisch aus regionalen Hofläden am Niederrhein durch die Corona Krise genauso im Aufwärtstrend wie der Urlaub in Deutschland. Grund genug für die Genussregion Niederrhein, Tipps für erlebnisreiche Radtouren zu geben „Niederrheinische Helden“ vorzustellen, die sich den betrieblichen Herausforderungen der Corona Krise stellen mussten. 
 
Die Corona Krise führt dem Verein Genussregion Niederrhein e.V. den besonderen Wert seiner regionalen Erzeuger und Wirtschaftskreisläufe vor Augen. Um diese regionalen Strukturen zu unterstützen, lag es für den Verein nahe, mit Portraits und Geschichten der Betriebe in Rahmen der Aktion „Niederrheinische Helden“ zu zeigen, wie die Betriebe die Corona-Krise überstehen, welche Herausforderungen es zu meistern gilt und welche neuen Ideen dabei entstehen.
 
Vor neuen Herausforderungen standen besonders die Gastwirte der Genussregion Niederrhein. Um im Geschäft zu bleiben und gleichzeitig Kunden bei der täglichen Verpflegung zu unterstützen, starteten nach der Schließung der Restaurants im März das Lippeschlösschen in Wesel und der Gasthof Küpper in Hamminkeln-Dingden spontan mit einem Abholservice für ihre Gäste. So konnten sich zum Beispiel die Weseler Bürgerinnen und Bürger im Lippeschlösschen mit mitgebrachten Töpfen und eigenem Geschirr verpackungs- und kontaktfrei „á la carte“ versorgen oder sich sogar ihr Lieblingsgericht wünschen. Mit dem Abholservice „Küpper@home“, den der Gasthof Küpper aus Dingden entwickelte, waren besonders Oster- und Pfingstmenüs gefragt und die Picknicktüte für den Vatertagsausflug war ein Renner. 
 
In der Erdbeer- und Spargelsaison hat die Familie Ingenrieth vom Genholter Hof in Brüggen einen besonderen Lieferdienst ins Leben gerufen, mit dem frisch geernteten Spargel und frische Erdbeeren in einem Zehn-Kilometer-Radius kostenfrei geliefert wurden.
 
Auch zwei Fleischereibetriebe, die seit geraumer Zeit Strohschweine vom Niederrhein vermarkten, dachten sich während des Lockdowns Alternativen zum Normalbetrieb aus. Seit Ende Mai ist es beispielsweise in der Fleischerei Borghs aus Straelen möglich, das gesamte Sortiment mit einer Vorbestell-App zu erwerben, die extra entwickelt wurde.
Der letzte kleine handwerkliche Schlachtbetrieb Wesels, die Fleischerei Tepaß, richtete in Wesel- Büderich kurzerhand einen Mittagstisch ein, den viele Dorfbewohner zur Verpflegung nutzten.
 
Ebenfalls in Büderich wählte die kleine Brauerei Walterbräu die Fleischerei Tepaß als einen seiner neuen Hoflieferanten, die Corona-Krise machte Braumeister Walter Hüsges in Kooperation mit Bäckereien und Fleischern der Region zum Gastgeber regionaler Biergartenabende. 
 
Wegen des langsamen Tempos bei der Wiedereröffnung der Restaurants hat sich schließlich die Grafschafter Weinbergschneckenzucht aus Moers eine „Beschleunigungsaktion“ ausgedacht. Zur Unterstützung der Gastronomie erhalten Restaurantküchen bis Ende des Jahres Rabatt auf alle Bestellungen der Schnecken- Produktpalette. Auf der Schnecken-Zuchtanlage in Moers am Niederrhein wachsen auf 18 Freilandfeldern zurzeit um die 200.000 Schnecken auf.